• Daniel Probst

(Selbst-) Führung in Transformation<br> Argument 3/5: Wahrnehmungsfilter


Führungskräfte, die sich ihrer (alten) Wahrnehmungsfilter bewusst sind, eröffnen sich selbst und ihrer Organisation neue Handlungs- und Innovationsmöglichkeiten.

Wahrnehmungspsychologisch erwiesen ist, dass wir nur einen sehr kleinen Bruchteil (< 1 Promille) unserer Sinneswahrnehmungen bewusst verarbeiten können. Die Auswahl, welche Informationen wir verarbeiten ist weniger durch bewusste Entscheidungen als durch Erfahrung, Überzeugungen, Glaubenssätze und Weltbilder bestimmt.

Somit kommt unseren inneren Filtern immense Bedeutung zu im Hinblick auf das, was wir für wahr, möglich oder gegeben halten können.

  • Die meisten Change-Programme und Kulturinitiativen für mehr Innovation und Agilität scheitern an den Führungskräften. Das liegt allerdings weniger an mangelnder Überzeugung, fehlendem Wissen oder schlechten Entscheidungen. Vielmehr fehlt nach unserer Beobachtung oftmals das Bewusstsein dafür, dass Veränderung gerade von Führungskräften ganz persönliche und langfristige Veränderungsarbeit erfordert.

  • Lesen Sie zunächst hier die Einführung in diese Serie über Führung in Transformation

In gewisser Weise können wir die Zukunft also nur durch die Filter unserer zum Teil sehr alten Muster denken. Das beschränkt unsere Möglichkeiten und bestimmt unsere Handlungen derart, dass wir langfristig immer wieder reproduzieren, was in unsere alte Weltsicht passt. Das gilt genauso für wiederkehrende Konflikte mit bestimmten Menschentypen wie für wiederkehrendes Hineinrauschen in Überforderungssituationen oder Überkorrektheit bis zum Projektstillstand oder, oder, oder. Man könnte auch sagen: Wir bekommen nicht das, was wir uns wünschen, sondern das, woran wir uns entschieden haben zu glauben.

Das bedeutet, dass wir, wann immer wir über Zukunftsfragen entscheiden, mit Informationen unserer alten Wahrnehmungs- und Denkmuster arbeiten. Dies schränkt unser Vorstellungsvermögen über künftige Szenarien und Lösungsoptionen drastisch ein. Wir entscheiden über Zukunft also mit den Bewertungen der Vergangenheit und wundern uns (oder halten das „doch für logisch“), dass oftmals mehr vom Alten dabei herauskommt.

Die langfristige Auseinandersetzung, Überprüfung und Klärung der eigenen Wahrnehmungsfilter eröffnet Führungskräften also ganz neue Möglichkeiten bislang unmöglich Erscheinendes für sich und das eigene Team nutzbar zu machen.

Wahrnehmungsübungen fernab des Büroalltags, in denen beispielsweise auf „Schwellengängen“ in der Natur für kurze, kontrollierte Zeit ganz bewusst unkontrolliert mit den eigenen Wahrnehmungsfiltern gespielt und experimentiert werden kann, können dabei helfen, alte Denkmuster zu durchbrechen.

Hier finden Sie unser Führungskräftetraining „natürlich FührungsKraft“. Dabei arbeiten wir mit erweiterten Wahrnehmungsmethoden in der Natur. Wir üben und erleben was uns möglich ist, wenn wir kurzzeitig unsere Wahrnehmungsfilter öffnen. Dieses Erleben kann sehr beeindruckend sein und nachhaltig beeinflussen, wie wir auf die Welt und unsere Möglichkeiten schauen. Im Seminar nutzen wir dieses Erleben, um neue Erkenntnisse über unser eigenes Wesen als Mensch und Führungskraft zu gewinnen.

Lesen Sie im nächsten Artikel weitere Argumente für eine neue Art von (Selbst-) Führung.

#Führung #Team #Unternehmenskultur #SmartWork

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