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Im Ernst jetzt. Lass spielen!

Da stehen wir wieder. Direkt davor. Wir kommen nicht drum herum: ein Problem, eine Entscheidung oder eine Furcht einflößende Herausforderung. Wir kennen das…

 

 

Dass uns das immer wieder passiert, macht das Leben aus und daran hat sich seit der Kindheit nicht viel geändert. Doch wie reagieren wir jetzt und was haben wir als Kind getan? Nun, jetzt priorisieren wir, sind Profis im Listen-Erstellen und wollen hierarchisch Lösungen finden. Managen nennt sich das. Ein sehr professionelles und eindrucksvolles Wort.  Aber ist es auch hilfreich?

Vom Schreibtisch zum Spielzeug. Und zurück.

 

Als Kind brüteten wir vor schier unlösbaren Hausaufgaben krampfhaft am Schreibtisch. Bis wir was taten? Richtig, Stift weg und ab zur Spielzeugkiste. Wir haben uns gegen das vorgegebene Tun entschieden, weil wir gemerkt haben, dass wir gerade sowieso nicht weiterkommen in dem, was wir tun müssen. Spielen ‚müssen‘ wir nicht, das tun wir freiwillig und haben so die Chance unbewusst Szenarien im Spiel zu erzeugen, die uns dann beim Lösen der Aufgaben helfen oder zumindest frei machen dafür. Im besten Fall schaffen wir im Anschluss die gestellte Aufgabe wie von Zauberhand.

 

Was nützt uns das heute?

Im Grunde gar nichts, weil wir das Spielen nicht in unsere Arbeit integrieren. Es hat etwas Kindisches und somit nichts Effektives an sich. Albernheit und Arbeit vertragen sich nicht. Doch ist Spielen wirklich albern? Nein, es ist ernst. So ernst, dass wir früher als Kind zwischendurch unser Gegenüber fragen mussten „In echt jetzt oder nur im Spiel?“. Das ist es, was wir auch als Arbeitnehmer*innen nutzen können.

 

Und wie geht das?

Hier kommt Prototyping ins Spiel (ernsthafter Wortwitz). Eine der Methoden aus dem Prototyping ist die Szenarioanalyse. Hier werden nachvollziehbare Prognosen für künftige Entwicklungen aufgestellt. Genau dafür brauchen wir unsere Spielzeugkiste. Nun werden die wenigsten von uns noch Zutritt zu ihrem unveränderten Kinderzimmer haben und mit ihrer persönlichen Spielzeugkiste unter dem Arm ihr Büro betreten wollen. Dafür gibt es ja auch uns!

 

Wir haben unsere Szenario-Kiste-mit-allem-Zipp-&-Zapp im Gepäck und schütten diese auch all‘ zu gerne vor unseren Kund*innen aus.

 

 

Das ist doch voll peinlich, oder? 

Anders als beim Flipchart und der Aufforderung „Zeichnet doch einmal …“, kommt hier keine Floskel wie „oh, ich kann ganz schlecht malen! Das wird niemand erkennen!“. Wie auch, denn hier geht es ums Greifen, Setzen, Verschieben und auf den Kopfstellen. Hier haben „Perfekt gemacht!“ und „Oh wie künstlerisch wertvoll“ keinen Platz und somit auch keine Peinlichkeiten. Gemeinsam bringen wir die Hirn-Hand-Verbindung in Schwung für eine effektive und kreative Problemlösung.

Hier ist der Knackpunkt: mit Prototyping, insbesondere mit der Szenariotechnik erarbeiten wir uns ein gemeinsames Verständnis der Chancen und der Herausforderungen, vor denen wir als Team und Organisation stehen. Das gilt natürlich nicht für große Entscheidungen und Prozesse, sondern ist auch hilfreich für die kleinen, aber dennoch sehr spitzen und fiesen Steine, im Arbeitsleben.

 

In diesem Sinne: Schafft Euch Euren gemeinsamen Spielplatz, auch außerhalb des Kickers!

 

 

 

 

 

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