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Unser unternehmerisches Ungehorsam zum Klimastreik

24 Sep 2019

Am 20. September sind wir zusammen mit 25.000 Leipzigerinnen und Leipzigern und 1,4 Mio. Klimastreiker*innen in ganz Deutschland auf die Straße gegangen, um die Politik zum Handeln zu bringen. Die Regierung muss der Wissenschaft nachgehen und systemische und wirksame Maßnahmen verabschieden, damit das Einhalten des Pariser Klimaabkommens gelingt und somit eine Chance an möglichst wenig irreversiblen Veränderungen in unserem Ökosystem bestehen bleibt.

 

Am Vormittag vor dem Klimastreik haben wir zum Vernetzten, unternehmerischem Austausch und gemeinsamen „Radau machen“ ausgerufen. Anlässlich des „Ökolöwe PARK(ing) Days“ durften wir dann in unserer gemütlich gestalteten Parklücke mit Kolleg:innen von mercateo und buchele.cc über nachhaltiges Wirtschaften und Strategien für einen umweltfreundlichen Arbeitsalltag diskutieren. Dank dem Videobeitrag vom Leipzig Fernsehen könnt ihr sogar kurz reinschauen:

 

 

 

 

Und was ist dabei rausgekommen?

 

Im ersten Schwung wurde der interne Organisations-Arbeitsalltag unter die Lupe genommen. Als Dienstleister, die maßgeblich im B2B Kontext unterwegs sind konnten wir uns auf sechs Ober-Kategorein einigen, die Spielräume für nachhaltige Lösungen anbieten. Nachhaltige Beschaffung von Ressourcen, ökologisches (Dienst)Reisen, umweltschonende Mitarbeiter:innen Verpflegung, Raumgestaltung (Heizung, Wasser, Energie), Nachhaltigkeits-unterstützende Mitarbeiterkultur, Miteinbeziehung von Kunden/Partner/Dienstleistern.

 

 

 

Bei einigen Kategorien kommt es bloß auf die Entscheidungen der Geschäftsführung an, diese verändern den Alltag am wenigsten und sind daher relativ einfach umsetzbar. So kann z.B. schnell zum Ökostrom gewechselt werden oder Bürobedarf nachhaltig beschaffen werden (Tip: memo – onlineshop für nachhaltigen Bürobedarf). Kategorien wie bspw. ökologisches Reisen oder umweltfreundliche Büro-Verpflegung benötigen aktive Beteiligung von mehreren Parteien, Bereitschaft seitens der Mitarbeiter: innen und  die richtigen Anreize seitens der Geschäftsführung. Sie sind also komplexer, trotzdem nicht unlösbar. So können z.B. längere Reisezeiten, bei Dienstreisen bei denen bewusst auf das Fliegen verzichtet worden ist, mit extra Urlaubstagen kompensiert oder als Arbeitszeit angerechnet werden. Denn Arbeiten ist im Zug durchaus angenehmer als im Dienstwagen oder Flieger. Genauso kann der Preisunterschied beim Ticketkauf (Flexpreis vs. Sparpreis aber auch Flugzeug vs. Zug) gespendet oder ausgezahlt werden. Bei solchen Verhandlungen kann ein interner Nachhaltigkeitskreis behilflich sein.

 

Neben der Frage ‚WAS‘ man verändern kann, hat uns in den gemeinsamen drei Stunden auch die Frage ‚WIE‘ die Veränderung gut gelingt beschäftigt. Wie können wir Mitarbeiter:innen motivieren dran zu bleiben? Veränderungen durchzuziehen auch wenn diese oft ein wenig mehr Aufwand oder Gedanken benötigen? Wie schaffen wir eine Unternehmenskultur, in der nachhaltige Lösungen als Standard und Normalität wahrgenommen werden und alles andere durch die Finger angeschaut wird? Unter vielen Antworten, die auf dem Bild (links) nachzulesen sind, kann man unter den Wichtigsten den Alltag-fit, Partizipation bei der Lösungsentwicklung oder auch Messbarkeit der Wirkung und spielerische Ansätze erwähnen.

 

Bevor wir uns an das Transparente-Basteln gemacht haben, wurden 2 Umsetzungsideen skizziert.

 

 

Der Weg zur CO2 Neutralität:
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Nach dem Motto *Hilfe zur Selbsthilfe* - bei regelmäßigen Meetups- zu vorher festgelegten Themen - werden sich Organisationen gemeinsam Schritt für Schritt zum Ziel arbeiten. Mit spielerischen Ansätzen, unterstützt von Wissensplattformen. Der erste Meetup soll am 16.10. stattfinden – bei Interesse schreibt Carina.

 

 

Nachhaltigkeits- Gremium:

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Ein wechselnder Mitarbeiter: innen Kreis, der die anderen dabei unterstützt, den nachhaltigen Arbeitsalltag zu verankern und weiter auszubreiten. Moderation von Partizipations- und Ideenentwicklungs-Workshops. Die Mitglieder des Gremiums sind für Ihre Arbeit freigestellt.

 

Lust diese Ideenskizzen weiterzuführen? Weiterzuentwickeln? Gibt es diese in Eurem Unternehmen schon? Lasst uns wissen wie diese funktionieren – direkt im Kommentar oder per E-Mail.

 

 

Auch für die Vorbeigehenden war was dabei. Mit unser schwer elaborierten Mini-Öko-Bilanz 😊 konnte man sich anhand von wenigen Fragen schnell einen Überblick verschaffen, wie nachhaltig (oder nicht) man den eigenen Alltag meistert. Gleichzeitig konnte man Inspiration holen und Ideen für Verbesserung einsammeln oder teilen. Die Umfrage hat gezeigt, dass, während unsere Zielgruppe ausnahmslos einen Ökostromvertrag in der Schublade liegen hat, jedoch mit dem Second Hand-Einkauf oder dem kompletten Verzicht auf tierische Produkte noch immer „fremdelt“. Und die grünen Life-hacks? Vorleben, um zu verändern! Mit dem Rad zur Arbeit oder das Wasser vom Duschen zum Pflanzengießen verwenden (da hätte ich selber gern mehr Details zu).

 

 

Bevor es zum Augustusplatz ging, haben wir den Tag beim gemeinsamen Transparente-Basteln ausklingen lassen. Vielen Dank an alle Beteiligten für die spannenden Perspektiven und Anreize!

 

Bis bald beim nächsten Entrepreneurs for Future Treffen oder der nächsten Demo!

 

 

Wir sind da, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!

 

 

 

 

 

 

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